Long story short.

Ericusspitze, Hamburg 2016 © Silke Geister

Martin Zitzlaff (*1965 in Münster/Westf.) kritzelt und knipst, seit er denken kann; Vorbild ist sein Großvater Theodor Gottenbusch, seinerseits passionierter Fotograf und Maler. Ungeklärt bleibt, ob Herr Zitzlaff evtl. bereits kurz nach seiner Entbindung den späteren Chefredakteur des SPIEGEL, Klaus Brinkbäumer, persönlich kennengelernt hat, welcher ebenfalls 1965 in Hiltrup (jetzt Münster) das Licht der Welt erblickte.
1984 Abitur, danach bis 1986 Zivildienst und Beginn des letztlich unvollendeten Studiums der Philosophie, Kunstgeschichte und Soziologie an der WWU Münster.

Frühe Pixelarbeit an einer Pizzaschachtel, Rotterdam 1992

Studienabbruch, Fotopraktikum in Münster und erfolgreiche Mappenpräsentation 1989. Wundervolle Studienzeit an der Fachhochschule Bielefeld im Fachbereich Gestaltung, Mitgründer der Galeriegruppe Schwarzbunt, Organisation von zahlreichen Fotografie-Ausstellungen in den bis dato ungenutzten Räumlichkeiten der FH.
Während seines Studiums erhält er ein Commet-Stipendium der Europäischen Kommission für seine Mitarbeit in „De Fabriek – Galerij voor Fotografie“ in Rotterdam, wo er gemeinsam mit dem niederländischen Fotografen Fer Bouwens Ausstellungen von u.a. Marianne Müller, Jürgen Schmidt und Johanna Vuoksennma betreut. 1993 erhält er den FOCUS Preis der FH Dortmund.

Diplomprüfung, Bielefeld 1994 © Claudia Reismann

Herr Zitzlaff schließt sein Studium der Visuellen Kommunikation / Foto-Film-Design 1994 mit einem Diplom beim renommierten Dokumentarfotografen Prof. Jürgen Heinemann mit seinem Fotobuch „MAASSTAD“ über die niederländische Metropole Rotterdam ab.

Seit 1994 ist er als freiberuflicher Designer, Fotograf und Autor tätig. Herr Zitzlaff lebt bis 1996 in Köln, wo er als freier Fotodesigner für die Wochenenden-Beilage „Moderne Zeiten“ des Kölner Stadt-Anzeiger sowie für verschiedene DuMont-Reiseführer fotografiert und als Redakteur des Reisemagazins „Reisefieber“ arbeitet.

Island, 2014 © Silke Geister

1996 ziehen ihn Liebe und Aussicht auf Erfolg in den Norden nach Hamburg, wo er seither ansässig ist. Sorry Kölle, aber Hamburg ist einfach die Schönste, hier ist der Himmel weit und die Brise frisch. Ahnma.

Herr Zitzlaff arbeitet im eigenen Studio in Hamburg und spricht Niederländisch und Englisch. Wahlweise als Fotodesigner, Gestalter oder Autor für u.a. für AstraZeneca, Brand Science Institute, Dermatologikum Hamburg und Berlin, Der Spiegel, DNA Diagnostik Hamburg, DuMont Buchverlag, Hälssen & Lyon, Hämatologisch-Onkologische Praxis Altona HOPA, Klinische Forschung Gruppe Nord, Krankenhaus Jerusalem, Lichtbeirat Hamburg, Mammascreening Hamburg, Lorberg, Mammazentrum Hamburg, Mediplex, Neurologie Neuer Wall, Neurologikum Hamburg, Olympus, Zentrum für Berufsmusiker und viele andere mehr tätig.

Cutting Edge Design der Website von loopnet.de anno 1999

Wann immer möglich sucht er das Weite und sammelt Motive für seine stetig wachsende fotografische Werkreihe „En Passant“.

Kleiner Exkurs in die New Economy – Oben wird die Luft doch dünn

Bis zum Jahr 2000 war Herr Zitzlaff echter Startup in der Neuen Ökonomie aka New Economy. MP3 olé! Mitgründer der LOOPNET Multimedia GmbH. Als Creative Director Entwicklung des Print- und Webauftritts von loopnet.de, dem ersten funktionierenden deutschen MP3-Portal. iTunes gab es noch nicht, aber eben auch kein DSL, von Bezahlsystemen oder Rechtemanagement einmal ganz zu schweigen. Visionär, ambitioniert, aber keine einfache Gesamtsituation.

Aus der Hamburger Schanze in die Kehrwiederspitze III. Stock. Blick über den Hafen. 90 Mark der Quadratmeter. Messestand auf der Popkomm. Hier der legendäre „Elevator pitch“ von loopnet in der Wirtschaftswoche Startup Show anno 2000. Plötzliche Finanzierungsengpässe, private equity Partner sowohl zu dicht am Wasser wie auch am Neuen Markt gebaut, Kollaps, Betrieb der Website eingestellt, den Namen an Viag Interkom („Loop“) verloren. Neustart.